Mit Liebe zum Detail: Meine Arbeitsschwerpunkte

Illustration Restaurierung
Unrestauriertes Gemälde
Illustration: Das Gemälde im restaurierten Zustand
Restauriertes Gemälde

Als Diplom-Restauratorin ist mein Arbeitsspektrum innerhalb meines Schwerpunktes Gemälde/Skulpturen-Restaurierung sehr facettenreich.

Mein Fachgebiet umfasst die Restaurierung von

  • Gemälden
  • Skulpturen
  • gefassten sakralen und profanen Ausstattungsgegenständen
  • historischen Fastentüchern
  • historischen Papiertapeten.

Neben der Restaurierung am Objekt habe ich weitere Schwerpunkte wie

  • Öffentlichkeitsarbeit und Ausstellungsarbeit
  • Sammlungspflege und Wartungsverträge
  • Leihverkehr und Kurierbegleitung
  • Verfassen von Leistungsverzeichnissen und Fachbauleitungen
  • Forschung und Publikationen.

Bei Bedarf arbeite ich mit KollegInnen und anderen Fachdisziplinen zusammen.
Gelegentlich biete ich auch Schüler- oder Schnupperpraktika an.

Im Folgenden finden Sie meine Aufgabengebiete im Detail.

Fallbeispiele aus meinem Arbeitsalltag

Illustration Öffentlichkeitsarbeit
Ortshinweisschild zu meinem Atelier

Öffentlichkeitsarbeit

Seit meinem Atelierstandort in Thüngersheim öffne ich für Sie mein Restaurierungsatelier mehrmals im Jahr an Wochenenden zu Dorfanlässen. Die Termine zur Beratung mit Atelierbesichtigung finden Sie auf der Startseite unter Termine.
Am regen Zulauf zeigt sich, dass dieses Angebot gerne angenommen wird.

Als Öffentlichkeitsarbeit biete ich auch Führungen während meiner Restaurierung von bedeutenden Kunstobjekten an.

Ein weiteres Beispiel zur Öffentlichkeitsarbeit ist die Denkmalissimo III 2010 in Bamberg, eine Denkmalpflege-Messe für Schüler. An unserem Stand mit 4 RestauratorInnen aus Würzburg konnte das Vergolden mit echtem Blattgold an Muscheln oder an Steinen praktiziert werden. Die SchülerInnen nahmen diese stolz als Souvenirs mit. Bei der Messe präsentierten sich unterschiedliche Gewerke im Bereich Denkmalpflege und Restaurierung.

Detail mit Oberflächenreinigung (links)

Oberflächenreinigung

Ein Gemälde sollte etwa alle 20-30 Jahre fachgerecht gereinigt werden. Dies bringt die Farben wieder zum Leuchten und ist wichtig für den Erhalt, da Schmutzschichten aus aggressiven Substanzen bestehen, die zusammen mit der Luftfeuchtigkeit zunächst Firnisschichten und dann auch die Farbschichten zerstören. Unverglaste Gemälde in Küchen oder bei Rauchern sind eher zu reinigen. Dies gilt auch für Rußschichten, wenn ein Kachelofen oder Kamin betrieben wird oder es im Haus gebrannt haben sollte.

Illustration Gemälde-Restaurierung
Detail eines gotischen Altarflügels

Gemälde-Restaurierung

Zu meiner Gemälde-Restaurierung zählen historische und moderne Gemälde auf textilem, hölzernem oder papierartigem Bildträger, wie Leinwandgemälde, bemalte Pappen, Ikonen, Schützenscheiben, bemalte Altarflügel.

Beispiele sind zahlreiche Gemälde in der Neumünsterkirche, u.a. der großformatige Kreuzweg mit den 7 Leiden Christi (siehe Presse-O-Töne) und das Altargemälde des rechten Seitenaltares des Würzburger Doms, aber auch das Gemälde Ludwig I. in der Würzburger Residenz.

Meine Arbeiten an den Gemälden umfassen individuell auf jedes Objekt abgestimmte, fachgerechte Restaurierungsmaßnahmen wie Bildschichtbefestigungen, Ab- und Aufspannen, Oberflächenreinigung, Firnisdünnung, Entfernung von Bildträgerverwerfungen, ausgleichende Retusche sowie Rückseitenschutz und Einrahmungen etc..

Illustration zur Skulpturen-Restaurierung
Ein Skulptur wird restauriert (Foto: Silvia Frey)

Skulpturen-Restaurierung

Zu meiner Skulpturen-Restaurierung gehören historische und moderne Skulpturen und Objekte auf Bildträgern wie Holz, Gips oder Elfenbein für den Innen- oder Außenbereich.

Ein Beispiel ist die barocke, lebensgroße, gefasste Holzskulptur “Immakulata” von Balthasar Esterbauer von 1704. Zunächst erfolgte die Untersuchung der Skulptur hinsichtlich des gesamten Fassungsaufbaues aus den verschiedenen Jahrhunderten. Die sehr stark verwitterten, losen Fassungsschichten der Skulptur wurden gefestigt und gereinigt und in diesem besonderen Fall zum Schutz gegen zukünftige Witterungseinflüsse in der Farbigkeit der Sichtfassung neu gefasst (siehe Presse-O-Töne).
Ein anderes Beispiel ist die 2010 erfolgte Konservierung der Skulpturen von Friedrich Press (1904-1990) für die Ausstellung "Friedrich Press herausgeschält" im Museum am Dom. Hierfür und für den Werkskatalog wurden zahlreiche Modelle des Künstlers aus den Materialen Holz und Gips bearbeitet. Kunstobjekte aus dem relativ weichen, porösen und stark saugenden Material Gips mit oft unterbundenen Fassungen weisen bei der Restaurierung Besonderheiten auf.

Ein weiteres Beispiel: Die Riemenschneider-Skulptur der Hl. Kunigunde, eine Leihgabe im Museum für Franken.

Illustration für Restaurierung sakraler und sonstiger Ausstattung
Marienaltar in der Würzburger Neumünsterkirche

Restaurierung sakraler und profaner Ausstattung sowie Wartungsverträge

Restaurierte sakrale Ausstattungen sind z.B. der Marienaltar in der Würzburger Neumünsterkirche sowie zahlreiche Altargemälde und Kirchenraumgemälde wie Kreuzwegstationen etc. in Franken, Bayern, Hessen und Thüringen - sowohl für die katholische, als auch für die evangelische Kirche.

Nach erfolgter Restaurierung biete ich jährliche Wartungsverträge in Kirchen an, um erneut auftretende Schäden, die von ungünstigem Kirchenraum-Klima herrühren, rasch zu erkennen und wieder zu beheben.

Zu profaner Ausstattung zählen historische bemalte Holztüren im Schloß Zeilitzheim oder die historische Papiertapete in Schloß Schwetzingen (siehe unten).

Illustration Sammlungspflege
Sammlungspflege der öffentlichen Ikonensammlung im Gunnar- Wester-Haus Schweinfurt

Sammlungspflege

Das Foto zeigt die Sammlungspflege in der sehr umfangreichen, öffentlichen Ikonensammlung im Gunnar-Wester-Haus in Schweinfurt mit Objektfotografie, Schadenskartierungen, Wartungen und Konservierungen von aufgetretenen Schäden.

Für die Krippenausstellung im Winter 2017/2018 im Museum am Dom Würzburg wurden vor Ort zahlreiche Figuren aus der Krippenfiguren-Sammlung des Käppeleklosters Würzburg aus unterschiedlichsten Materialien konserviert.

Zudem betreue ich einige Privatsammlungen. Dort werden gerne Objekte aus Auktionen angekauft. Oft weisen diese erworbenen Objekte noch verschiedene Schäden wie starke Oberflächenverschmutzungen oder zu stark glänzende Firnisse, Bildschichttrennungen sowie Kratzer und Verwerfungen der Bildträger (Beulen, Falten) etc. auf.

Illustration Fastentuch-Restaurierung
Bei der Arbeit am Fastentuch aus Eyershausen (Bad Königshofen)

Restaurierung historischer Fastentücher

Für das Eyershäuser Fastentuch (Ende des 18. Jhdts.) mit seiner beachtlichen Größe von 12 m² wurde im Restaurierungs-Atelier eigens eine große Tischfläche gebaut, da es von der Vorder- und Rückseite im Liegen zu bearbeiten war.
Während der langen Restaurierungsdauer von einem Jahr erfolgten immer wieder Besprechungen mit der Bayerischen Denkmalpflege und dem Pfarrer mit dem Kirchengemeinderat als Auftraggeber.
Der Presseartikel hierzu findet sich unter Presse-O-Töne.

Illustration Papiertapete
Ausschnitt einer handbemalten Papiertapete (Jugendstil)

Restaurierung historischer Papiertapeten

Mit der prächtigen historischen Papiertapete "Vue de Suisse" von Zuber von 1802 ist ein ganzer Raum im Schwetzinger Schloss ausgestattet. Die Tapete besteht aus einzelnen rechteckigen Bögen aus handgeschöpftem Papier, die mit einem Druckverfahren mit Modeln bedruckt wurden. Sie ist an den Wänden auf historische Leinwandbespannungen geklebt. Während der Restaurierung vor Ort konnten viele Hinweise zum Herstellungsverfahren gesammelt werden.

Zahlreiche handbemalte Papiertapeten vom Anfang des 20. Jhdt. hat eine Privatkundin mit einem speziellen Verfahren selber von Wänden abgelöst und geborgen. Diese hat sie gerollt in mein Atelier transportiert, wo sie konserviert und restauriert sowie auf mit Leinwand bespannten Keilrahmen aufgeklebt wurden, sodass sie zukünftig geschützt sind und quasi als Gemälde aufgehängt werden können.

Illustration Untersuchungen - Leistungsverzeichnisse - Fachbauleitungen
Bei einer Gemäldebegutachtung (Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß)

Untersuchungen - Leistungsverzeichnisse - Fachbauleitungen

Für größere Restaurierungsprojekte von gesamten Kirchenausstattungen im Bereich Hessen erstelle ich Leistungsverzeichnisse und Ausschreibungen für andere Restaurierungsfirmen, deren Arbeiten ich als restauratorische Fachbauleitung in Kirchen bei Ortsterminen überwache. Ich agiere somit als Vermittlerin von ausführender Restaurierungsfirma zu Auftraggebern und Denkmalpflege.

Illustration Leihverkehr und Kurierbegleitung
Leihverkehr eines Holztafelgemäldes von Lukas Cranach d.Ä.

Leihverkehr und Kurierbegleitung

Ein Beispiel für Leihverkehr ist das großformatige Holztafelgemälde von Lukas Cranach d.Ä. von 1512. Hierfür wurden alle restauratorischen Aufgaben durchgeführt, wie Zustandsuntersuchung und Ausleihfähigkeit, Aufstellen der Bedingungen für die Ausstellungsorte, Konservierung von Bildschichtabhebungen, Absprache mit dem Schreiner zum Bau einer Klimavitrine, Protokolle vor und nach den Transporten zu den verschiedenen Ausstellungsorten der Wanderausstellung.

Ein Beispiel für meine Kurierbegleitung ist der Transport eines Gemäldes von Edouard Manet vom Musée D'Orsay in Paris nach Schweinfurt ins Museum Georg Schäfer. Zu meinen Aufgaben als Transportbegleitung von Paris nach Schweinfurt im klimatisierten LKW gehörten u.a. das Anfertigen eines ausführlichen, zweisprachigen Leihprotokolls, das den Zustand des Gemäldes vor dem Transport sowie nach dem Transport beim Auspacken dokumentierte, die Kontrolle des Verpackens des Gemäldes durch die Transportfirma in Paris und die Kontrolle des Auspackens und Aufhängens in Schweinfurt.

Illustration flüchtige Bindelmittel
Flüchtige Bindemittel | © Gudrun Hanika

Meine Forschungen zu Flüchtigen Bindemitteln

Während meines Restaurierungs-Studiums an der Fachhochschule Köln erforschte ich die grundlegenden Eigenschaften der Flüchtigen Bindemittel Cyclododecan, Menthol und Camphen.
Flüchtige Bindemittel haben die Eigenschaft, dass sie vom festen Aggregatszustand direkt in die gasförmige Form übergehen = verdunsten, sprich: sublimieren.
Literaturhinweise hierzu finden sich unter Referenzen und Publikationen und auf meiner Website Flüchtige Bindemittel.